Freitag, 21. Juni 2013

Manches kommt anders als "geplant"

Es wird wieder mal Zeit für ein Update, denn seit dem letzten Eintrag haben wir etliche Kilometer sowie Mexiko hinter uns gelassen und sind nun in Guatemala angekommen.

Hm.. was war da alles inzwischen?

Tja,  in Puerto Escondido haben wir mit den Wellen gekämpft, die von Tag zu Tag höher wurden. Am Ende so um die 6 Meter, die idealen Bedingungen für Surfanfänger sozusagen ;-)

Wir hatten unvergessliche Momente dort, vor allem wegen den Leuten, mit denen wir dort unsere Zeit verbringen durften. Da wären zunächst der „Herr des Hauses“ bei dem wir Surfunterricht hatten, und seine beiden anderen Surflehrer Jesús und Oscar.  Jesús hat alle möglichen Reisepläne, wie viele davon wahr sind, weiß keiner genau, nicht mal er, denke ich. Dann waren da noch Aaron, ein angehender Anwalt aus Kanada, aufgrund seiner Hingabe für eine mit Rum getränkte, brennende Ananas auch „Pinaron“ genannt und Claudia, eine Chilenin, die im Winter Skilehrerin und im Sommer als Segellehrerin arbeitet. Claudia hat uns ihre Heimat derart schmackhaft gemacht, dass wir sie wahrscheinlich auf unserer Reise Richtung Buenos Aires besuchen werden.



Von Puerto Escondido sind wir per Collectivo nach Zipolite gefahren, das als „Hippiestrand“ bekannt ist. Naja, Hippies haben wir keine gesehen, dafür war alles sehr runtergekommen und einige komische Gestalten sind uns auch begegnet und so haben wir Zipolite nach einer Nacht auch schon wieder verlassen.

Der nächste und unserer Meinung nach unverzichtbare Punkt auf unserer Reise war Pochutla. Pochutla ist ein wichtiger Umstiegspunkt für Busse von der Küste ins Landesinnere. Und das wars auch schon, was diese Stadt zu bieten hat. Wir hatten das Glück einen ganzen Sonntagnachmittag dort zu verbringen, wo es nichts, rein gar nichts, zu tun gab. Es gibt kein Cafe, keinen Park, keinen Markt. Nur 2 Betrunkene, die einer Gruppe von Kindern die ganze Zeit auf den Geist gegangen sind und Leute, die in die Kirche gehen

Nach diesem entspannten Nachmittag haben wir uns dann mit dem Nachtbus auf den Weg nach San Cristobal de las Casas gemacht. Wir dachten schon, jetzt kommt die erste Busfahrt, die wirklich komfortabel wird. Das war sie auch, bis der Bus dann plötzlich im 10-Minuten-Takt neu gestartet werden musste, weil die gesamte Elektronik ständig ausgefallen ist und sich das durch permanentes und lautstarkes Piepsen bemerkbar machte. So haben wir nach ca 3 Stunden piepsender Fahrt den nächsten größeren Busbahnhof angesteuert und um 1 Uhr nachts den Bus gewechselt. Dann hat aber wirklich alles geklappt und wir sind am nächsten Morgen fast ausgeschlafen in San Cristobal angekommen. 



San Cristobal ist eine wunderschöne alte Kolonialstadt mit großteils indigener Bevölkerung. Es ist wirklich sehr schön anzuschauen, weil es einfach so anders ist als alles was wir in Österreich kennen. Die meisten Leute tragen jeden Tag ihre traditionelle Tracht, egal ob kleine Kinder, Teenager oder Omas. Die Frauen mit ihren langen geflochtenen Zöpfen und den bunten Blusen und Röcken und die Männer immer in Hemd und Hose. Was wir ein wenig befremdlich fanden waren die Kinder, die um 11 Uhr abends noch (zum Teil) allein in den Straßen rumrannten. Aber wie wir später erfuhren, wird das hier mit den Schulen nicht so genau genommen. Wenn die Familie eine Arbeitskraft mehr benötigt, wird halt mal gestrichen. Oder vielleicht haben sie auch einfach wieder einmal ohne Grund für eine oder zwei Wochen frei. Was uns am meisten in San Cristobal beeindruckt hat, war jedoch das Hostel in dem wir wohnten. Wir haben bei einer 3-köpfigen Familie gewohnt, die für sich 1 Zimmer haben in dem sie schlafen und wohnen. Den Rest ihres Hauses teilen sie mit ihren Gästen und das auf eine Art und Weise bei der sich so mancher Europäer über seine Engstirnigkeit schämen darf. Und das ganze sauber, freundlich, witzig, familiär und für 10 Euro für ein Zimmer, das größer ist als ihres und mit Frühstück.


Während unseres Aufenthalts in San Cristobal buchten wir einen Ganztagesausflug nach Palenque um das Touriprogramm nicht ganz zu vernachlässigen. Nur stellte sich heraus, dass der Termin nicht ganz glücklich gewählt war, da wir genau an diesem Tag und die Nacht zuvor zum ersten Mal dem Fluch fremden Essens zum Opfer gefallen waren. So konnten wir die Ruinen und die beiden Wasserfälle Agua Azul und Misol-Ha nicht recht genießen, aber zumindest sind die Fotos ganz gut geworden ;-)



Nach 5 Tagen San Cristobal und insgesamt 22 Tagen Mexiko haben wir also wieder einmal unsere Rucksäcke gepackt und machten uns auf den Weg ins wunderschöne, grüne, gebirgige Guatemala, in das wir am Anfang unseres Trips ja gar nicht wollten, das wir aber bis jetzt keine Sekunde bereuen.

Der erste Grenzübergang unserer Reise wird uns auch bestimmt lang in Erinnerung bleiben. Wir sitzen also in diesem Kleinbus mit der Vorstellung, das wir an der Grenze unsere Pässe herzeigen müssen, vielleicht wird das Gepäck noch gescannt , wir bekommen einen Stempel in den Pass und das wars. Naja, denkste. 50 Meter vor dem Grenzübergang sagt der Busfahrer: „so, alles aussteigen, nehmt euer Gepäck und geht über die Grenze.“ Ok, gesagt, getan. Wir haben uns gedacht, ok, dann steigen wir halt aus, gehen rüber und danach geht’s weiter im selben Bus. So sind wir dann mit unserem Gepäck zu dieser Grenzübergangs-Hütte marschiert, haben uns brav den Pass stempeln lassen und schauten uns nach unserem Bus um. Es hat eine Weile gedauert, bis wir überrissen haben, dass es in einem anderen Bus weitergeht…  Man lernt also nie aus. Auf Reisen schon gar nicht.

In Panajachel am Lago Atitlan bekommen wir  die ersten Eindrücke von Guatemala außerhalb des Busses. Vielleicht nicht typisch guatemaltekisch, da dieser Ort sehr touristisch ist, aber trotzdem, nicht schlecht. Das Hostel ist super,  die Besitzer wahnsinnig relaxt, die anderen Gäste sehr nett und das Nachtleben auch ganz ok. Besonders nett waren Rachael und Daniela, beide aus Boston, die in Guatemala als Volunteers arbeiten und am Atitlan-See ein Wochenende verbringen. Es gibt wieder mal interessante Gespräche über die Unterschiede unserer Herkünfte und die verschiedenen Ansichten und Klischees, die oft gar nicht so weit hergeholt sind.




Am nächsten Tag geht’s mit einem Boot über den See nach San Pedro. Auch touristisch, aber irgendwie auf eine andere Art und das Hotel mit Blick auf den See und Dachterrasse ist seine 7 Euro pro Person wert. Ein gemütlicher Platz!  Kajak fahren, den Ausblick genießen, mit Leuten aus aller Welt essen gehen, Erfahrungen austauschen und Mojitos um einen Euro trinken!


Nach ein paar Tagen des süßen Nichtstuns machten wir uns um 5 Uhr morgens auf den Weg um einen Vulkan zu besteigen. Der Vulkan San Pedro hat uns ganz schön mit einem steilen Aufstieg mit gefühlten 10.000 Stufen gequält, aber die Mühe wurde mit einem wunderschönen wolkenlosen Ausblick über den ganzen See mit seinen anderen beiden Vulkanen belohnt! Sogar meine aufgerissenen Blasen an beiden Fersen waren für die Stunde am Gipfel des Vulkans vergessen. Und der Muskelkater, den ich fast 3 Tage später noch immer spüre, ist mir auch wurscht ;-)


So, Lago Atitlan wäre also abgehakt, es geht weiter nach Antigua. Wir sind hier in einem Hostel, sowas hat die Welt noch nicht gesehen… Das Hostel an sich ist sehr gut, sauber, günstig, sicher. Aber der Besitzer schlägt alles. Sergio ist mit einem Schweizer verheiratet und für ihn ist jeden Tag Party. The bar is open!  Die erste Nacht hat gleich mal alles übertroffen, was wir bisher erlebt haben. Als wir vom Essen gehen noch einen kleinen Umweg in ein Irish Pub gemacht haben, eine Flasche des besten Rums gekauft haben und danach zu einem „Freund“ von Sergio in dessen Bar, in die er nur Leute reinlässt, die er kennt und mag. Sowas Verrücktes haben wir noch nie gesehen. Ein erwachsener Mann, der zu Madonna tanzt, mit Perücken auf dem Kopf, der Schmuck für die spanische Königin designt, der fremden Leuten einen Film von sich zeigt wie er auf seiner eigenen Geburtstagsfeier für seine Gäste strippt…  und Tequila-Longdrinks gratis! Naja, irgendwann haben wir auch mit diversen Perücken auf dem Kopf getanzt …  Verrücktes Antigua. Und da wir heute mit einer Sprachschule begonnen haben, werden wir hier noch ein wenig Zeit verbringen.

Salut!




Samstag, 1. Juni 2013

Vamos a la playa…

Vor einigen Tagen sind wir in Puerto Escondido angekommen – endlich am Strand. Aber da wir in unserem Blog zeitlich ein wenig nachhinken, fangen wir da an, wo wir zuletzt aufgehört haben.

Mexico City haben wir wider Erwartens ohne größere Gehörprobleme überstanden. Es ist aber nicht leiser geworden und gewöhnen konnten wir uns auch nicht wirklich an die 24/7 Beschallung, aber es waren doch Tage, die wir nicht missen möchten. Die Leute dort sind fröhlich, verrückt und ausgelassen und so kann es auch schon mal vorkommen, dass plötzlich um 11 Uhr abends eine Parade mit ca. 100 verkleideten Leuten durch die Gasse zieht, keiner weiß wieso, keiner weiß warum, aber natürlich wieder sehr laut – sehr bunt.


Die Busfahrt von Mexico City nach Oaxaca verlief auch problemlos. ADO, das führende Busunternehmen für Fernreisen hat uns bequem ans Ziel gebracht. Das Fernsehen bestand natürlich,  wie in diversen Foren und Reiseführern angekündigt, aus vorwiegend brutalen Filmen und das ganze in einer Lautstärke die unseren Erfahrungen bisher gerecht wurde. Der Höhepunkt war dann eine Art Doku über Unfälle auf Rennstrecken.

Nach ca 6,5 Stunden Fahrt endlich in Oaxaca. Das Hostel Casa Angel ist gemütlich, familiär, sauber. Eine Mitarbeiterin ist aus Bielefeld, die vor ein paar Jahren eingecheckt hat - und seitdem in Oaxaca wohnt.

Die Stadt selbst bietet einem einen schönen Hauptplatz, gepflegte Straßen, wieder Massen von Polizei und an jeder Ecke (keine Übertreibung!) eine riesige und pompöse Kirche. Wenn man sich ein wenig außerhalb der Stadt umsieht, häuft sich das Elend und Wellblechhütten ziehen sich wie die Glieder einer riesigen Kette die Berge rauf. Aber Hauptsache die Kirchen sind schön…


Auch wenn es hier ganz anders ist als in Europa, hat es trotzdem Vieles mit uns gemein.  In den urbanen Gegenden sind meistens nur die Häuserfronten zur Straße hin bunt bemalt, frisch gestrichen und verziert, die anderen 3 Seiten sind nur grau. Es reicht also auch hier, wenn nach vorne hin alles gut ausschaut.
Tja, ein bisschen Sightseeing haben wir natürlich auch gemacht – Monte Albán, eine ehemalige Zapotekenstadt am Berg und Hierve de Agua, Kalkwasserfälle ebenfalls am Berg mit Badegelegenheit. Ich denke die Bilder sprechen für sich – beides wunderschön!

Die Fahrt zu den Hierve de Agua war das erste Hineinschnuppern in die Abenteuer , die uns noch bevorstehen. Zuerst eine Stunde mit dem Bus aus der Stadt – ok, noch wenig abenteuerlich – dann jedoch die Fahrt mit einem „taxi collectivo“ – im Prinzip ein Pritschenwagen mit 2 Bänken drinnen und überdacht, das Abenteuerliche daran war jedoch die Straße über die wir damit gefahren sind.  Serpentinen, Straßen mit Schlaglöchern, dann wieder alle 200 m eine „TOPE“, was soviel heißt wie jetzt kommt a grebane Schupfen, damit die Leute nicht zu schnell fahren. Nach 2 solchen Fahrten mit jeweils einer Stunde Fahrzeit waren wir dermaßen durchgerüttelt, dass uns 2 Tage nachher der Hintern noch wehgetan hat! Jedoch die Aussicht und die Bekanntschaft mit 2 Amis, die ein Hostel in Nicaragua haben, waren die paar Qualen wert, und lustig wars ja schließlich auch. Wieder in Oaxaca haben wir uns dann gehörig mit den besagten Amis mit dem Bus verfahren und sind irgendwo in den Favelas gelandet. Aber kein Problem für Nate, der in perfektem Spanisch dem Fahrer ausgedeutscht (haha!) hat, wohin wir eigentlich müssten. Der ganze Bus inklusive wir hat über uns gelacht, wir hatten eine Stadtrundfahrt um 6 Pesos und sind nach nur gut einer Stunde mehr wieder im Zentrum gelandet.

Zu diesem Zeitpunkt hätten wir noch gedacht, dass dies jetzt die wildeste Busfahrt für eine Zeit lang bleiben wird. Da haben wir uns jedoch gewaltig getäuscht!

Die Fahrt von Oaxaca nach Puerto Escondido war nochmal eine Spur härter und nichts für empfindliche Mägen. Gestartet sind wir zur verabredeten Zeit um 9.30 vor unserem Hostel. Der Plan war, dass wir mit einem Kleinbus fahren, der zwar über die Berge fährt und es da Serpentinen usw geben soll, aber statt den 11 Stunden im ADO nur 6,5 Stunden dauern soll. Der Busfahrer hat uns dann durch die Stadt kutschiert und dann haben wir bei  einem Busbahnhof (10 dreckige weiße Gartensesseln nebeneinander) 1,5 Stunden gewartet, bis wir starten konnten. Naja. Zumindest sind wir gefahren. Der Bus war ganz in mexikanischer Manier. Laut, hat gequietscht, die Türen waren die ganze Fahrt über 3cm geöffnet und die Kofferraumtür wo unsere Rucksäcke verstaut waren, war auch nicht mehr die zuverlässigste. Zuerst war die Fahrt sehr heiß, weil – erstens keine Klimaanlage, zweitens sind wir in jedem Kaff stehengeblieben, damit noch Leute zusteigen konnten und irgendwann hat sich ein alter Mann, der bei 30 Grad eine Jeansjacke mit Fellbesatz anhatte, neben uns auf den Sitz gequetscht und hat dort 4 Stunden ausgeharrt, obwohl in der Zwischenzeit 6 andere Plätze frei waren.  Irgendwo auf der Strecke ist der Mann dann endlich ausgestiegen und wir haben uns schon gefreut. Dann hat es dann Hurricane Barbara angefangen zu schütten wie aus Eimern und wir mussten feststellen, dass der Bus nicht wirklich wasserdicht ist und dem Busfahrer selbst hat es auch an Dichtheit gefehlt. Vermutlich die Reinkarnation eines verstorbenen Rallyefahrers.


Nichtsdestotrotz sind wir heil in der Surfmetropole Puerto Escondido angekommen, wo wir seit paar Tagen nun endlich Meer, Strand,  Sonne und ein tolles Quartier genießen können. Die ersten Surfstunden sind  erfolgreich absolviert, weitere folgen.  Rudi wartet bereits sehnlichst auf einen Anruf von Billabong oder Red Bull.

So, nun ist Schluss, Rudi hat Hunger und muss dringend gefüttert werden.

Bis bald!

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Bilder:




Fotos sind nun aktuell!


Freitag, 24. Mai 2013

Die ersten Eindrücke von Mexico.

Die Bilder der Abschiedsfeier sind online, zumindest der Teil, den wir hatten. Nochmals danke für den lustigen und sehr langen Abend! Es war uns ein Volksfest!

Jetzt sind wir also in der größten Stadt der Welt. Ganz schön verrückt hier, war aber zu erwarten!

Der Lärmpegel ist schon etwas höher als in Mörstalling und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Lustig ist aber, wie viele verschiedene Arten von Lärm es hier gibt. Abgesehen von Fahrzeugen mit Sirenen.

Da gibt es zum Beispiel die Drehorgelmafiosi vor unserem Fenster und ihre genauso penetranten Genossen circa alle 300 Meter. 2 Männer in einer beigen Uniform (?) - einer vergewaltigt die Drehorgel, die sich anhört, als würde ihr das tatsächlich gegen den Strich gehen und das ganze in einer Lautstärke, die sich gewaschen hat, der zweite steht ein paar Meter daneben und möchte dafür auch noch Geld. Vielleicht würden sie ja aufhören, wenn ihnen wirklich mal jemand etwas gibt. 

Dann gibt es die Leute, die mit einem überdurchschnittlich lautem Organ gesegnet sind und vor diversen Läden stehen, oder auch in einem Wagen durch die Stadt fahren und in der Stimmlage eines gregorianischen Kirchenchores und ohne Luft zu holen dessen "Angebote" durch die Gegend schreien.

Außerdem gibt es hier einige findige Verkäufer in der U-Bahn, eine Geschäftsidee, die sich vielleicht auch in Wien vermarkten ließe. Sie steigen ein, entweder einen Rucksack mit einem vollständigen Soundsystem am Rücken oder einfach nur mit ihrer Stimme bewaffnet und verkaufen alle möglichen Sachen, die man in der U-Bahn brauchen kann, CDs, von denen sie alle Lieder im Schnelldurchlauf anspielen (zum Teil ganz seltsame Mischungen!), Stanley-Messer, Feuerzeuge, Geldtaschen oder auch Plastikfolder. Alles kostet diez (10) Pesos und ist natürlich unicamente!
Den meisten Erfolg haben die CD-Verkäufer - außer sie stehen zu zweit in einem Abteil und jeder spielt seine Musik ab, sodass man gar nichts mehr versteht.

Hört sich jetzt vielleicht etwas genervt an, aber ist es eigentlich nicht, sondern eher amüsant. Und wenn man in der Nacht Oropax verwendet, ist alles halb so schlimm! 

Das Hostel Amigo macht seinem Namen alle Ehre. Wir haben schon eine gesellige und vor allem bunte Runde gefunden. Da wären ein deutsches Pärchen aus Stuttgart, die 3 Wochen in Mexico verbringen, noch ein Deutscher, der noch bis Juli in Costa Rica verweilt, ein Museumsfreak, der Geschichte studiert aus Louisiana, ein Metalpärchen aus Los Angeles, er 40, sie 34, 4 Kinder, beide sehr freiheitsliebend - aber ganz witzig - und zu guter Letzt ein Franzose, der, wie wir vermuten, ein kleines Alkoholproblem hat, aber auch nicht "zwider" ist. Naja, ein bisschen komisch ist er schon. Anscheinend schon über ein Monat im Hostel, alleine und jeden Tag randvoll mit Tequila. Wer's mag!

Die Stadt an sich bietet schon Sehenswertes, aber das seht ihr eh auf den Fotos! Gegessen haben wir bis jetzt auch immer gut und sehr billig - das meiste hier ist jedoch entweder sehr scharf oder sehr süß. Kein Wunder, dass sich die Durchschnittsmexikaner, die zwischen 1,50 und 1, 70 m groß sind, großteils wohlgenährt durch die Gassen rollen. Aber auch das trägt natürlich immer wieder zur Unterhaltung bei!

Tja, alles in allem ist es ganz schön hier - ein guter Auftakt für das bevorstehende Jahr!

Adios, amigos! :)


Bilder Abschiedsparty ( << anklicken um alle zu sehen!)

 

 

 


Bilder Mexico City ( << anklicken um alle zu sehen!)

 

 

 




Montag, 20. Mai 2013

So. Langsam wird's ernst.

Die Zeit bis zum Abflug wird immer kürzer, genau wie die Abstände in denen uns schlecht wird.
Wir erleben den Ausdruck "ein lachendes und ein weinendes Auge" im Moment hautnah.

Jeder schiebt den Moment des Abschieds soweit hinaus wie nur möglich. "I muass nu net tschüs sagen, wir seng uns eh sicher numoi."

Trotzdem - am Mittwoch, den 22. Mai um 11.50 Uhr ist auch der letzte Abschied von daheim überstanden. Doch bis dorthin sind es jetzt noch fast 2 Tage.

Ich bin mir sicher, spätestens im Flugzeug wird das weinende Auge der Vorfreude weichen - zumindest zwischen den ständigen Übelkeitsattacken, die bestimmt noch ein wenig intensiver werden :)

In den letzten Wochen sind unsere To-Do-Listen immer mehr zusammengeschrumpft - doch ganz realisiert haben wir es noch immer nicht. Keine Ahnung, wann die Erkenntnis genau kommen soll, irgendwo zwischen hier und Mexico City wird sie schon kommen.

Vor Kurzem hab ich in einem Buch einen Text von Jorge Luis Borges gelesen, an den ich denken will, wenn trotz der Freude am Reisen mal der Mut sinken sollte und mit besagtem Text möchte ich den ersten Eintrag unseres Blogs abschließen.


Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde alberner sein, würde ganz locker werden, nur noch ganz wenige Dinge ernst nehmen.
Ich würde entschieden verrückter sein und weniger reinlich.
Ich würde mehr Gelegenheiten beim Schopf ergreifen
und öfters auf Reisen gehn.
Ich würde mehr Berge ersteigen,
mehr Flüsse durchschwimmen und
mehr Sonnenaufgänge auf mich wirken lassen.
Ich würde mehr Schuhsohlen durchlaufen,
mehr Eis und weniger Bohnen essen.
Ich würde mehr echte Probleme und
weniger eingebildete Nöte haben.
Nun, ich habe meine verrückten Augenblicke,
aber wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte,
würde ich mehr verrückte Augenblicke haben - genau gesagt:
Augenblicke, einen nach dem anderen,
und nichts mehr von Plänen zehn Jahre voraus.


In diesem Sinne - bis bald!