Es wird wieder mal Zeit für ein Update, denn seit dem letzten Eintrag haben wir etliche Kilometer sowie Mexiko hinter uns gelassen und sind nun in Guatemala angekommen.
Hm.. was war da alles inzwischen?
Tja, in Puerto Escondido haben wir mit den Wellen gekämpft, die von Tag zu Tag höher wurden. Am Ende so um die 6 Meter, die idealen Bedingungen für Surfanfänger sozusagen ;-)
Tja, in Puerto Escondido haben wir mit den Wellen gekämpft, die von Tag zu Tag höher wurden. Am Ende so um die 6 Meter, die idealen Bedingungen für Surfanfänger sozusagen ;-)
Wir hatten unvergessliche Momente dort, vor allem wegen den Leuten, mit denen wir dort unsere Zeit verbringen durften. Da wären zunächst der „Herr des Hauses“ bei dem wir Surfunterricht hatten, und seine beiden anderen Surflehrer Jesús und Oscar. Jesús hat alle möglichen Reisepläne, wie viele davon wahr sind, weiß keiner genau, nicht mal er, denke ich. Dann waren da noch Aaron, ein angehender Anwalt aus Kanada, aufgrund seiner Hingabe für eine mit Rum getränkte, brennende Ananas auch „Pinaron“ genannt und Claudia, eine Chilenin, die im Winter Skilehrerin und im Sommer als Segellehrerin arbeitet. Claudia hat uns ihre Heimat derart schmackhaft gemacht, dass wir sie wahrscheinlich auf unserer Reise Richtung Buenos Aires besuchen werden.
Von Puerto Escondido sind wir per Collectivo nach Zipolite gefahren, das als „Hippiestrand“ bekannt ist. Naja, Hippies haben wir keine gesehen, dafür war alles sehr runtergekommen und einige komische Gestalten sind uns auch begegnet und so haben wir Zipolite nach einer Nacht auch schon wieder verlassen.
Der nächste und unserer Meinung nach unverzichtbare Punkt auf unserer Reise war Pochutla. Pochutla ist ein wichtiger Umstiegspunkt für Busse von der Küste ins Landesinnere. Und das wars auch schon, was diese Stadt zu bieten hat. Wir hatten das Glück einen ganzen Sonntagnachmittag dort zu verbringen, wo es nichts, rein gar nichts, zu tun gab. Es gibt kein Cafe, keinen Park, keinen Markt. Nur 2 Betrunkene, die einer Gruppe von Kindern die ganze Zeit auf den Geist gegangen sind und Leute, die in die Kirche gehen
Nach diesem entspannten Nachmittag haben wir uns dann mit dem Nachtbus auf den Weg nach San Cristobal de las Casas gemacht. Wir dachten schon, jetzt kommt die erste Busfahrt, die wirklich komfortabel wird. Das war sie auch, bis der Bus dann plötzlich im 10-Minuten-Takt neu gestartet werden musste, weil die gesamte Elektronik ständig ausgefallen ist und sich das durch permanentes und lautstarkes Piepsen bemerkbar machte. So haben wir nach ca 3 Stunden piepsender Fahrt den nächsten größeren Busbahnhof angesteuert und um 1 Uhr nachts den Bus gewechselt. Dann hat aber wirklich alles geklappt und wir sind am nächsten Morgen fast ausgeschlafen in San Cristobal angekommen.
San Cristobal ist eine wunderschöne alte Kolonialstadt mit großteils indigener Bevölkerung. Es ist wirklich sehr schön anzuschauen, weil es einfach so anders ist als alles was wir in Österreich kennen. Die meisten Leute tragen jeden Tag ihre traditionelle Tracht, egal ob kleine Kinder, Teenager oder Omas. Die Frauen mit ihren langen geflochtenen Zöpfen und den bunten Blusen und Röcken und die Männer immer in Hemd und Hose. Was wir ein wenig befremdlich fanden waren die Kinder, die um 11 Uhr abends noch (zum Teil) allein in den Straßen rumrannten. Aber wie wir später erfuhren, wird das hier mit den Schulen nicht so genau genommen. Wenn die Familie eine Arbeitskraft mehr benötigt, wird halt mal gestrichen. Oder vielleicht haben sie auch einfach wieder einmal ohne Grund für eine oder zwei Wochen frei. Was uns am meisten in San Cristobal beeindruckt hat, war jedoch das Hostel in dem wir wohnten. Wir haben bei einer 3-köpfigen Familie gewohnt, die für sich 1 Zimmer haben in dem sie schlafen und wohnen. Den Rest ihres Hauses teilen sie mit ihren Gästen und das auf eine Art und Weise bei der sich so mancher Europäer über seine Engstirnigkeit schämen darf. Und das ganze sauber, freundlich, witzig, familiär und für 10 Euro für ein Zimmer, das größer ist als ihres und mit Frühstück.
Während unseres Aufenthalts in San Cristobal buchten wir einen Ganztagesausflug nach Palenque um das Touriprogramm nicht ganz zu vernachlässigen. Nur stellte sich heraus, dass der Termin nicht ganz glücklich gewählt war, da wir genau an diesem Tag und die Nacht zuvor zum ersten Mal dem Fluch fremden Essens zum Opfer gefallen waren. So konnten wir die Ruinen und die beiden Wasserfälle Agua Azul und Misol-Ha nicht recht genießen, aber zumindest sind die Fotos ganz gut geworden ;-)
Nach 5 Tagen San Cristobal und insgesamt 22 Tagen Mexiko haben wir also wieder einmal unsere Rucksäcke gepackt und machten uns auf den Weg ins wunderschöne, grüne, gebirgige Guatemala, in das wir am Anfang unseres Trips ja gar nicht wollten, das wir aber bis jetzt keine Sekunde bereuen.
Der erste Grenzübergang unserer Reise wird uns auch bestimmt lang in Erinnerung bleiben. Wir sitzen also in diesem Kleinbus mit der Vorstellung, das wir an der Grenze unsere Pässe herzeigen müssen, vielleicht wird das Gepäck noch gescannt , wir bekommen einen Stempel in den Pass und das wars. Naja, denkste. 50 Meter vor dem Grenzübergang sagt der Busfahrer: „so, alles aussteigen, nehmt euer Gepäck und geht über die Grenze.“ Ok, gesagt, getan. Wir haben uns gedacht, ok, dann steigen wir halt aus, gehen rüber und danach geht’s weiter im selben Bus. So sind wir dann mit unserem Gepäck zu dieser Grenzübergangs-Hütte marschiert, haben uns brav den Pass stempeln lassen und schauten uns nach unserem Bus um. Es hat eine Weile gedauert, bis wir überrissen haben, dass es in einem anderen Bus weitergeht… Man lernt also nie aus. Auf Reisen schon gar nicht.
In Panajachel am Lago Atitlan bekommen wir die ersten Eindrücke von Guatemala außerhalb des Busses. Vielleicht nicht typisch guatemaltekisch, da dieser Ort sehr touristisch ist, aber trotzdem, nicht schlecht. Das Hostel ist super, die Besitzer wahnsinnig relaxt, die anderen Gäste sehr nett und das Nachtleben auch ganz ok. Besonders nett waren Rachael und Daniela, beide aus Boston, die in Guatemala als Volunteers arbeiten und am Atitlan-See ein Wochenende verbringen. Es gibt wieder mal interessante Gespräche über die Unterschiede unserer Herkünfte und die verschiedenen Ansichten und Klischees, die oft gar nicht so weit hergeholt sind.
Am nächsten Tag geht’s mit einem Boot über den See nach San Pedro. Auch touristisch, aber irgendwie auf eine andere Art und das Hotel mit Blick auf den See und Dachterrasse ist seine 7 Euro pro Person wert. Ein gemütlicher Platz! Kajak fahren, den Ausblick genießen, mit Leuten aus aller Welt essen gehen, Erfahrungen austauschen und Mojitos um einen Euro trinken!
So, Lago Atitlan wäre also abgehakt, es geht weiter nach Antigua. Wir sind hier in einem Hostel, sowas hat die Welt noch nicht gesehen… Das Hostel an sich ist sehr gut, sauber, günstig, sicher. Aber der Besitzer schlägt alles. Sergio ist mit einem Schweizer verheiratet und für ihn ist jeden Tag Party. The bar is open! Die erste Nacht hat gleich mal alles übertroffen, was wir bisher erlebt haben. Als wir vom Essen gehen noch einen kleinen Umweg in ein Irish Pub gemacht haben, eine Flasche des besten Rums gekauft haben und danach zu einem „Freund“ von Sergio in dessen Bar, in die er nur Leute reinlässt, die er kennt und mag. Sowas Verrücktes haben wir noch nie gesehen. Ein erwachsener Mann, der zu Madonna tanzt, mit Perücken auf dem Kopf, der Schmuck für die spanische Königin designt, der fremden Leuten einen Film von sich zeigt wie er auf seiner eigenen Geburtstagsfeier für seine Gäste strippt… und Tequila-Longdrinks gratis! Naja, irgendwann haben wir auch mit diversen Perücken auf dem Kopf getanzt … Verrücktes Antigua. Und da wir heute mit einer Sprachschule begonnen haben, werden wir hier noch ein wenig Zeit verbringen.
Salut!
Salut!

























