Freitag, 24. Mai 2013

Die ersten Eindrücke von Mexico.

Die Bilder der Abschiedsfeier sind online, zumindest der Teil, den wir hatten. Nochmals danke für den lustigen und sehr langen Abend! Es war uns ein Volksfest!

Jetzt sind wir also in der größten Stadt der Welt. Ganz schön verrückt hier, war aber zu erwarten!

Der Lärmpegel ist schon etwas höher als in Mörstalling und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Lustig ist aber, wie viele verschiedene Arten von Lärm es hier gibt. Abgesehen von Fahrzeugen mit Sirenen.

Da gibt es zum Beispiel die Drehorgelmafiosi vor unserem Fenster und ihre genauso penetranten Genossen circa alle 300 Meter. 2 Männer in einer beigen Uniform (?) - einer vergewaltigt die Drehorgel, die sich anhört, als würde ihr das tatsächlich gegen den Strich gehen und das ganze in einer Lautstärke, die sich gewaschen hat, der zweite steht ein paar Meter daneben und möchte dafür auch noch Geld. Vielleicht würden sie ja aufhören, wenn ihnen wirklich mal jemand etwas gibt. 

Dann gibt es die Leute, die mit einem überdurchschnittlich lautem Organ gesegnet sind und vor diversen Läden stehen, oder auch in einem Wagen durch die Stadt fahren und in der Stimmlage eines gregorianischen Kirchenchores und ohne Luft zu holen dessen "Angebote" durch die Gegend schreien.

Außerdem gibt es hier einige findige Verkäufer in der U-Bahn, eine Geschäftsidee, die sich vielleicht auch in Wien vermarkten ließe. Sie steigen ein, entweder einen Rucksack mit einem vollständigen Soundsystem am Rücken oder einfach nur mit ihrer Stimme bewaffnet und verkaufen alle möglichen Sachen, die man in der U-Bahn brauchen kann, CDs, von denen sie alle Lieder im Schnelldurchlauf anspielen (zum Teil ganz seltsame Mischungen!), Stanley-Messer, Feuerzeuge, Geldtaschen oder auch Plastikfolder. Alles kostet diez (10) Pesos und ist natürlich unicamente!
Den meisten Erfolg haben die CD-Verkäufer - außer sie stehen zu zweit in einem Abteil und jeder spielt seine Musik ab, sodass man gar nichts mehr versteht.

Hört sich jetzt vielleicht etwas genervt an, aber ist es eigentlich nicht, sondern eher amüsant. Und wenn man in der Nacht Oropax verwendet, ist alles halb so schlimm! 

Das Hostel Amigo macht seinem Namen alle Ehre. Wir haben schon eine gesellige und vor allem bunte Runde gefunden. Da wären ein deutsches Pärchen aus Stuttgart, die 3 Wochen in Mexico verbringen, noch ein Deutscher, der noch bis Juli in Costa Rica verweilt, ein Museumsfreak, der Geschichte studiert aus Louisiana, ein Metalpärchen aus Los Angeles, er 40, sie 34, 4 Kinder, beide sehr freiheitsliebend - aber ganz witzig - und zu guter Letzt ein Franzose, der, wie wir vermuten, ein kleines Alkoholproblem hat, aber auch nicht "zwider" ist. Naja, ein bisschen komisch ist er schon. Anscheinend schon über ein Monat im Hostel, alleine und jeden Tag randvoll mit Tequila. Wer's mag!

Die Stadt an sich bietet schon Sehenswertes, aber das seht ihr eh auf den Fotos! Gegessen haben wir bis jetzt auch immer gut und sehr billig - das meiste hier ist jedoch entweder sehr scharf oder sehr süß. Kein Wunder, dass sich die Durchschnittsmexikaner, die zwischen 1,50 und 1, 70 m groß sind, großteils wohlgenährt durch die Gassen rollen. Aber auch das trägt natürlich immer wieder zur Unterhaltung bei!

Tja, alles in allem ist es ganz schön hier - ein guter Auftakt für das bevorstehende Jahr!

Adios, amigos! :)


Bilder Abschiedsparty ( << anklicken um alle zu sehen!)

 

 

 


Bilder Mexico City ( << anklicken um alle zu sehen!)

 

 

 




Montag, 20. Mai 2013

So. Langsam wird's ernst.

Die Zeit bis zum Abflug wird immer kürzer, genau wie die Abstände in denen uns schlecht wird.
Wir erleben den Ausdruck "ein lachendes und ein weinendes Auge" im Moment hautnah.

Jeder schiebt den Moment des Abschieds soweit hinaus wie nur möglich. "I muass nu net tschüs sagen, wir seng uns eh sicher numoi."

Trotzdem - am Mittwoch, den 22. Mai um 11.50 Uhr ist auch der letzte Abschied von daheim überstanden. Doch bis dorthin sind es jetzt noch fast 2 Tage.

Ich bin mir sicher, spätestens im Flugzeug wird das weinende Auge der Vorfreude weichen - zumindest zwischen den ständigen Übelkeitsattacken, die bestimmt noch ein wenig intensiver werden :)

In den letzten Wochen sind unsere To-Do-Listen immer mehr zusammengeschrumpft - doch ganz realisiert haben wir es noch immer nicht. Keine Ahnung, wann die Erkenntnis genau kommen soll, irgendwo zwischen hier und Mexico City wird sie schon kommen.

Vor Kurzem hab ich in einem Buch einen Text von Jorge Luis Borges gelesen, an den ich denken will, wenn trotz der Freude am Reisen mal der Mut sinken sollte und mit besagtem Text möchte ich den ersten Eintrag unseres Blogs abschließen.


Könnte ich mein Leben noch einmal von vorn beginnen, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde alberner sein, würde ganz locker werden, nur noch ganz wenige Dinge ernst nehmen.
Ich würde entschieden verrückter sein und weniger reinlich.
Ich würde mehr Gelegenheiten beim Schopf ergreifen
und öfters auf Reisen gehn.
Ich würde mehr Berge ersteigen,
mehr Flüsse durchschwimmen und
mehr Sonnenaufgänge auf mich wirken lassen.
Ich würde mehr Schuhsohlen durchlaufen,
mehr Eis und weniger Bohnen essen.
Ich würde mehr echte Probleme und
weniger eingebildete Nöte haben.
Nun, ich habe meine verrückten Augenblicke,
aber wenn ich noch einmal von vorn anfangen könnte,
würde ich mehr verrückte Augenblicke haben - genau gesagt:
Augenblicke, einen nach dem anderen,
und nichts mehr von Plänen zehn Jahre voraus.


In diesem Sinne - bis bald!