Wir sitzen gerade in Cusco, verdauen die Eindrücke von Machu Picchu und es ist wieder
mal höchste Eisenbahn für den nächsten Bericht.
In La Fortuna (Costa Rica) haben wir außer einer Canopy-Tour mit
anschließendem Spa-Tag, noch den halben Tag den Hund vom Hostel gestreichelt,
uns bei dem mürrischen Hostelbesitzer Pete eingeschleimt, damit er uns nicht
auch wie die anderen rauswirft und uns zwischen den dicken Ami-Familien bei
Burger King durchgekämpft. Sautrawe, also!
In dem kleinen Städtchen sieht man gleich mal, was Costa Rica
vom restlichen Zentralamerika deutlich unterscheidet: Massen von Touristen. Was
natürlich zu besserer Infrastruktur führt, aber auch zu weitaus höheren
Preisen.
Aber natürlich versuchen wir auch hier wieder unser Budget
nicht unnötig zu strapazieren und haben uns daher gleich mal in Orotina bei dem
Verwandten einer Verwandten eines Verwandten... also bei Christoph und dessen
Familie eingenistet. Hier wurden wir wie alte Freunde empfangen, obwohl wir uns
noch nie vorher gesehen hatten. Diese Liebenswürdigkeit zog sich durch die
ganze Familie durch bis hin zu Gogy, ihrem Pudel. Auch auf diesem Weg nochmals
Danke an die Nussi Collecion und natürlich auch ein großes Dankeschön an
Manu, die sofort die Vermittlerin gespielt hat - alles Gute für euer
bevorstehendes Ereignis!!!
Nach einem langen Wochenende als Schmarotzer in Orotina, haben
wir uns auf den Weg ins Hilton Hotel in Puntarenas begeben… aber nur um unseren
Mietwagen abzuholen um mal für 2 Wochen Abstand von den elendslangen Busfahrten
zu gewinnen und Costa Rica mit dem Auto zu erkunden.
Die erste Fahrt ging Richtung Meer. Irgendwie komisch, wenn man
nach über 2 Monaten wieder zu zweit in einem Auto sitzt. Für einen kurzen
Moment war es eine Mischung aus „wie daheim“ und ungewohnt, aber eine schöne
Alternative zu einem vollgestopften Bus mit einem Parasitenproblem. Natürlich
ums Vielfache teurer, aber man gönnt sich ja sonst nichts!
Jaco wurde als nächster
Zwischenstopp für eine Nacht auserkoren. Und diese Nacht reichte vollkommen
aus. Das Surfer-Lignano von Zentralamerika. Sauteuer, überlaufen mit Amis und
echt nix besonderes. Muss man irgendwie nicht unbedingt gesehen haben.
Nach Jaco gings dann in die nächste Metropole, Quepos. Quepos
ist ein Städtchen, das fast genauso viel zu bieten hat wie Jaco. Der einzige
Unterschied: weniger Surfer, weil nicht am Meer. Dafür liegt der wunderschöne,
aber auch sehr touristische Nationalpark Manuel Antonio gleich daneben. Manuel
Antonio ist bekannt für seine weißen Sandstrände, das türkisblaue Meer und das
ganze umgeben von Wegen durch den Dschungel voll mit Waschbären, Leguanen,
Faultieren und Affen. Wobei man zwischen den Affen mit und ohne Kameras
unterscheiden muss. Zugegeben, der Park ist echt schön, aber das bekommt man
natürlich auch wieder deutlich in der Geldtasche zu spüren.
Der Park ist also erkundet, es fängt wie so oft an der
Pazifikküste, wieder einmal um Punkt 15 Uhr an zu regnen. Nachdem man bei uns
daheim oft nicht sagen kann wie das Wetter in zwei Stunden aussieht, ist es
hier in der Regenzeit erstaunlich einfach: zwischen halb 3 und 3 fängts zu
schütten an, jeden Tag. Da wir mit dem Auto so schön flexibel sind, geht’s nach
einem Tag wieder weiter südlich der Pazifikküste, in das verschlafene Nestchen
Dominical. Verschlafen deshalb, weil die Hälfte der Hostels leersteht und schön
langsam alles zerfällt. Und die andere Hälfte ist auch nicht ganz einwandfrei.
Der Strand ist nicht sooo schön, der Ort ein bisschen heruntergekommen, das
Essen nicht soo gut, unser Hotel ist zwar schön, aber es stinkt als ob jemand
schon eine Zeit lang unterm Bett gelegen wäre. Nachdem es aber ein guter
Ausgangspunkt für die Erkundung der rundum gelegenen schöneren Strände ist,
haben wir das einzig Sinnvolle getan: Uns eine Flasche Rum gekauft und
getrunken bis uns der Geruch egal war.
Zum zweiten und letzten Mal genossen wir das Frühstücksbuffet,
das im Zimmerpreis inkludiert war (der ausschlaggebende Grund für 2 Nächte
dort) und nachdem wir kaum mehr gehen konnten, weil wir so vollgefressen waren,
schleppten wir unsere Rucksäcke erneut ins Auto und starteten ins Ungewisse.
Schön langsam hatten wir die Nase gestrichen voll vom Regen an der Pazifikküste
und das Einzige was wir wussten, war, dass wetter.com für Puerto Viejo an der
Karibikküste strahlenden Sonnenschein und 30 Grad voraussagte, jeden Tag.
Also auf nach Puerto Viejo, schauen wir halt mal, wie das Meer
auf der anderen Seite ist. Unser Weg führte uns über Berge, Täler,
Kaffeeplantagen, durch Nebel, Regen und Sonne, und das alles in 8 Stunden.
Natürlich darf man auch nicht die 2 ungewollten Stadtrunden durch Limón
vergessen, aber was tut man nicht alles für ein schnelles Essen beim
Schachtelwirt seines Vertrauens. Kurz vorm Abfallen unserer Hintern sind wir
dann endlich in Puerto Viejo angekommen. Dort kam wieder Leben in unser
Sitzfleisch– es musste ein Quartier für die anstehende Nacht her und das
Hostel, das wir im Auge hatten war leider voll. Nach einer ausgiebigen Suche
entschieden wir uns für das Billigste – vom Preis und auch von der Ausstattung.
Unser Zimmer bestand aus einer Tür, einer Holztreppe und einer Matratze auf
einem Holzbrett in Betthöhe. Das Positive war: es hat nicht gestunken. Aber wie
auch, wenn die Wände aus Holzgittern mit Moskitonetzen bestehen. Es war ok
für eine Nacht, wir fühlten uns ein bisschen wie Abenteurer und wir haben auch
erstaunlich gut geschlafen (wahrscheinlich dank der frischen Luft!). Aber
nachdem ich die Matratze nur mit meinem Hüttenschlafsack berühren wollte, weil
es mich nur beim Anblick alleine schon überall gejuckt hat, sind wir am
nächsten Morgen auch schon wieder umgezogen. Und dieses Mal hatten wir Glück,
das Hostel auf unserer Wunschliste war frei. Yeah!
Bald stellte sich heraus, wie viel Glück wir damit wirklich
hatten, denn nicht nur Zimmer, Küche, Bad waren schön und sauber, sondern auch
zwei der Leute, die wir dort kennengelernt haben, machten aus dem Aufenthalt
was besonderes. Erstens, der Michi, der Eigentümer – so ein entspannter Typ und
als halb Bayer, halb Jordanier, der in Costa Rica wohnt, hatte er einiges zu
erzählen und „an guadn Schmäh“ hat er auch Zweitens, da Hons-Koarl
(eigentlich Jean-Charles), ein kreativer, lustiger Bursche aus Frankreich, der
schon gut ein Jahr durch die Welt zieht und mit seinen Zeichnungen ganze Geschichten
erzählt – der gemeinsame Roadtrip nach Bribri, Bratsi und Manzanillo wird uns
noch länger in Erinnerung bleiben – vielleicht sehen wir uns nochmal auf der
Reise!
Erwähnenswert ist vielleicht auch, was wir in Puerto Viejo
alles gegessen haben. Nämlich viel! Nach fast 3 Monaten auswärtiger Kost, haben
wir mal so richtig aufgekocht. Zigeunerschnitzel, Rindsrouladen, frisches
Fischsteak, Rindersteak, Spaghetti Carbonara, Nudelsalat – da ist den Toast-
und Eierspeisköchen förmlich das Wasser im Mund zusammengelaufen. Und der Michi
hat immer nur den Kopf geschüttelt, weil wir solche Riesenportionen verdrückt
haben, aber jeden Tag an einem anderen Strand liegen macht eben hungrig!
Schweren Herzens haben wir dann Puerto Viejo nach 10 Tagen
verlassen, obwohl wir eine so schöne Zeit hatten, freuten wir uns auf was
Neues. 3 Monate lang jeden Tag so schwitzen – irgendwann ist es genug. Also ab
nach San Jose, Auto zurückgeben, 2 Tage lang die Stadt besichtigen –
erstaunlich schön für eine Hauptstadt in Zentralamerika – und auf geht’s nach
Lima.
Lima – wir erwarteten eine dreckige, laute, chaotische Stadt –
und fanden eine saubere, schöne Stadt mit vielen Parks und wahnsinnig gutem
Essen vor! Aus den 2 gebuchten Nächten in unserem „Hostel“ wurden 5 und selbst
da gingen wir nur ungern. Wahrscheinlich kann aber jede Stadt so schön sein,
wenn man einen Gastgeber wie Marco hat. Marco teilt seine Wohnung mit maximal 8
Gästen und verlangt ein bisschen Geld dafür. Dafür bekamen wir ein
außergewöhnlich gutes Frühstück, eine Einführung in die Ess- und Trinkkultur
Limas und eine atemberaubende Stadtführung bei Nacht. Und jeden Abend eine
andere Cocktail-Variante mit Pisco – dem Nationalgetränk Perus. Wir sehnen uns
heute noch nach Ceviche im La Red del Pescador und den freundlichen alten
Männern im Markt, die Platz machen, damit die Touris auch was Gutes zu essen
kriegen!
![]() |
| kurze Zusammenfassung unserer Route in Zentralamerika |
Wir lassen Lima hinter uns und steuern das nächste Ziel an. Die
Oase Huacachina. Wir sind gewarnt: es wird touristisch! Nach NUR 4 Stunden
Busfahrt (das ist für uns tatsächlich schon wenig!) gibt es wieder das übliche
Gehetze am Busbahnhof: Hee, Amigo, Taxi?? tönt es von allen Seiten. Wir gehen
wie immer mit dem seriösesten (oder billigsten) mit. Und eine Jacke mit der
Aufschrift “TURISTICO” hat er auch noch, da kann ja schon gar nichts mehr
schief gehen. Nach 5 Minuten Taxifahrt in dem ca. kleinsten Taxi der Welt sind
wir da. Mitten in der Wüste und darin ein kleiner See, der von Hostels, Hotels
und Restaurants umringt ist. Kaum eine halbe Stunde angekommen, werden wir
schon in einen Dünenbuggy reingeschubst und auf gehts zum Sandboarden. Wobei
das Board eher ein gewöhnliches Holzbrett mit 2 Schlaufen ist, aber es genügt
voll und ganz um damit bei einer Düne runterzuschießen. Das Berufsprofil
solches Buggyfahrers beinhaltet sicher Lebensmüdigkeit, aber es macht total
viel Spaß mit diesem Gefährt durch die Sandberge zu ziehen. Das Kilo Sand, das
man nach der Fahrt und dem Sandboarden in Mund, Nase, Ohren und auch in
Unterwäsche und Schuhen findet, ist sogar im Preis inkludiert. Das wars aber
auch schon was man in Huacachina tun kann. Also wird am nächsten Morgen nochmal
die Düne raufgeklettert, den einheimischen Familien ein wenig beim Sandboarden
zugeschaut und danach gehts auf nach Arequipa.
Der Nachtbus nach Arequipa bestätigt wieder einmal das Klischee
der südamerikanischen Gelassenheit. Er kommt 2 Stunden zu spät und kein Mensch
sagt von sich aus ein Wort. Aber naja, schlussendlich steigen wir doch ein, ein
bisschen durchgefroren und angefressen, aber eigentlich müssten wir es ja schon
gewohnt sein. Nach 12 Stunden im Bus und einem Mann, der 11 Stunden davon
lauthals geschnarcht hat, sind wir auch schon am nächsten Stop unserer Reise.
Wieder die Taxifahrer am Busbahnhof, wir sind wie immer ein bisschen genervt an
den Reisetagen, weil ein Nachtbus trotz allem kein Bett ist, wir sagen dem
Taxifahrer die Adresse des gewünschten Hostels und die Fahrt beginnt. Nur endet
sie nicht dort wo wir hin wollten. Sondern bei einem Hostel, von dem die
Taxifahrer bezahlt werden, damit sie Gäste bringen. Und dann wollten sie uns
noch allen Ernstes erzählen, dass es sich um das selbe Hostel handelt, nur der
Name wurde geändert. Haha, echt witzig nach 12 Stunden im Bus. Naja, nächstes
Taxi, auf zum richtigen Hostel, ist aber leider voll und wir haben nicht
reserviert. Tja, nach gründlicher Recherche im Internet lässt sich dann doch
noch ein anderes passables finden und wir machen uns auf den Weg. In der Posada
del Kuraka werden wir dann sogleich nett empfangen, alles sauber, mit Dachterrasse
und auch noch billig. Besser gehts ja kaum. Sie sind zwar alle ganz schön
schusselig, können einem kein gutes Restaurant nennen und auch keine wirkliche
Auskunft geben, aber menschlich gibt es nichts auszusetzen. Der Besitzer Jose
schläft jede Nacht auf einem Gästebett in der Rezeption, damit er die Leute
rein und raus lassen kann! Wir entschließen uns für einen 2-Tages-Trek durch
den Colca Canyon, damit wir schon einmal ein bisschen für Machu Picchu üben
können. Und dieses Training hatten wir auch bitter nötig. Nach 3 Stunden
Abstieg in einen Canyon haben uns die Knie schon ziemlich wehgetan. Danach
Essen, Swimmingpool, Karten spielen und
bald ins Bett gehen, da wir am ersten Tag um 3 Uhr gestartet sind und am
nächsten Tag um 5 Uhr loslegen. Die Runde ist wieder mehr als gemütlich,
bestehend aus Emelie und Francois, einem jungen Arztpaar aus der Bretagne,
Arthur, einem Brasilianer und uns. Wir kämpfen uns (im wahrsten Sinne des
Wortes) wieder die Schlucht rauf, die Luft wird nach oben hin immer dünner,
doch schließlich ist es soweit und wir stehen mit zitternden Beinen wieder dort
wo wir am Vortag gestartet sind. Nach dem Frühstück (oder wie unser Guide so
schön sagte: Breastfast) gehts ab in die wohlverdienten heißen Quellen um
unsere beleidigten Muskeln wieder ein bisschen zu beruhigen. Auf dem Weg zurück
bleiben wir an dem bisher höchsten Punkt unserer Reise stehen. 4910 Meter.
Arthur, der eine Woche zuvor zum ersten Mal in seinem Leben Schnee gesehen hat,
wäre fast nicht mehr in den Bus eingestiegen. Wir sind eher schnell wieder
drinnen, weil es einfach saukalt ist! Diese Fahrt bot uns dermaßen
atemberaubende Ausblicke, dass selbst nach den Anstrengungen der letzten Tage
niemand geschlafen hat!
Nach einer Nacht in Arequipa gehts wieder weiter, diesmal an
ein ganz besonderes Ziel: Cusco, dem Ausgangspunkt schlechthin für einen Trek
nach Machu Picchu. Die Fahrt im Nachtbus ist trotz der couchartigen Ledersitze
die Hölle. Bei solch schlechten Strassen wird auch der gemütlichste Sessel zum
Schleudersitz. Nach 10 Stunden im Bus (keine Ahnung wie viele davon schlaflos
waren) erreichen wir Cusco. Dieses Mal ist zum Glück ein Quartier reserviert
und wir müssen unsere müden Körper nur noch dorthin schleifen. Anscheinend sieht
man uns die Müdigkeit an, denn der Besitzer des Hostels verweist uns gleich in
unser Zimmer, damit wir noch ein bisschen Schlaf bekommen, es ist ja auch erst
halb 7 Uhr morgens. Paar Stunden später sieht die Welt schon ganz anders aus
und die Erkundung Cuscos kann beginnen. Wir ziehen durch die Stadt um einen
Touranbieter für Machu Picchu zu finden. Und kommen zurück mit der Erkenntnis,
dass circa jedes zweite Gebäude in dieser Stadt Machu Picchu Treks anbietet.
Wir treffen die Entscheidung nach gewohnter Manier: MORGEN. Schlussendlich
hätten wir uns all das Gerenne sparen können, wir haben die Tour über unser
Hostel gebucht. Obwohl man meinen möchte, dass wir den ganzen Tag Zeit haben,
so ein Tag auf unserer Reise kommt uns immer halb so kurz vor wie daheim. Man
steht morgens auf, macht Pläne für den Tag, oder auch nicht und wenn man das
nächste Mal auf die Uhr sieht, ist es schon abends. Und es gibt immer etwas,
das einen aufhält. Manchmal ist es die eigene Faulheit, aber meistens ist es
einfach nur Südamerika.
Wieder einmal ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung:
Wieder einmal ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung:
Als wir die Tour für
Machu Picchu gebucht haben, sind wir um 8 Uhr morgens in die empfohlene
Agentur, weil wir am selben Tag noch eine Ruine eine Stunde außerhalb der Stadt
besichtigen wollten. Aber da die Agentur unsere Ausweise braucht um die
Eintrittskarten kaufen zu können, und wir die Ausweise auch für die andere
Ruine brauchen, wird halt wieder einmal auf morgen verschoben. Wir bringen
unsere Wäsche am selben Vormittag zur Wäscherei und es heißt, wir können sie am
Abend holen. Gut, denken wir, da wir in 2 Tagen den Trek starten. Tja, der Tag
wird dann in einer anderen Ruine verbracht, die wir zu Fuß erreichen können,
es gibt ja genug hier. Sagsayhuaman bietet uns einen tollen Blick über die
Stadt, das Gefühl durch richtig alte Mauern zu wandern und zuletzt treffen wir
noch 5 Kinder mit einem Esel, die Kinder sehen unsere Kamera und rufen: Una
foto, una foto! Wir freuen uns über das Foto, die Kinder freuen sich über den
einen Sol (umgerechnet 0.27 EUR), den sie für das Foto verlangen. Man kann eben
nie früh genug anfangen, die Touris auszubeuten! Später begegnen wir noch
Perez, dem Lamm mit Hut und Halskette, das mir gleich in die Hand gedrückt
wird, natürlich auch gegen die allgemeine Aufwandsentschädigung von einem Sol.
Es wird also den ganzen Tag an der Höhenluft erkundet, was das Zeug hält, denn
Cusco liegt auf 3300 Meter und da hat man anfangs schon ein bisschen mit der
Luft zu kämpfen. Abends gehen wir dann wieder bei der Wäscherei vorbei (alles
andere war noch offen!), die Wäscherei ist geschlossen. Hm, man hört Musik, das
Licht ist an. Auf Empfehlung der Nachbarin klopfen wir laut an der Tür. Nichts.
Hm, denken wir, schei*e. Naja, hilft nicht, holen wir die Wäsche morgen früh
bevor wir nach Pisaq und Ollantaytambo fahren. Wir stehen um halb 9 Uhr vor der
Tür, geschlossen. Wir fragen wieder die Nachbarin, derselbe Rat - klopfen. Die
Tür ist schon fast durchgeklopft, es tut sich aber nichts. Laut der Nachbarin
wird “meistens” zwischen 9 und halb 10 geöffnet. Wir gehen ziemlich sauer, weil
wir wieder nicht wie geplant wegkommen. 45 Minuten später stehen wir wieder vor
der Tür, dieses Mal ist sie offen! Juhu! Doch zu früh gefreut. Wir müssen
nochmal fast eine Stunde auf unsere Wäsche warten, weil es in der Strasse wegen
Bauarbeiten gestern kein Wasser gab und sie erst heute waschen konnten! Die
Leute wussten es natürlich gestern schon, aber wer schickt den schon gern
zahlende Kundschaft weg. Also machen wir uns 3 Stunden später als geplant mit
einer Mischung aus Frust und Wut auf den Weg nach Pisaq, Ollantaytambo wird
wieder gestrichen. So vergeht die Zeit.
Pisaq ist eine Inkaruine im Heiligen Tal ca. 40 Minuten von
Cusco entfernt. Wir wussten wieder einmal nicht wirklich was uns erwartet. Das sind
meistens die besten Überraschungen. Die Stadt Pisaq ist klein, sauber und
gemütlich und die Ruinen sind riesig! Wir fahren mit dem Taxi zum Eingang der Ruinen, der auf einem Berg liegt.
Den ganzen Weg ins Tal runter wird man begleitet von Ruinen, Terrassen und
einem fantastischen Ausblick auf die Berge, die Stadt und den Fluss. Wir
genießen das ganze Rundherum, lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen und
machen uns langsam wieder auf in die Stadt um dort für 2 Soles den besten
Apfelstrudel seit langer Zeit zu erstehen. Mit einem kleinen Stück Heimat und dem ganzen Gesicht voller Staubzucker sitzen wir glücklich im Bus nach Cusco und versuchen zu verdrängen, dass wir
daheim noch packen müssen, weil am nächsten Morgen der Trek nach Machu Picchu
beginnt.
Wir haben uns beim Trek aus verschiedenen Gründen für den Inka Jungle Trek entschieden. Vor allem ich hatte Schiss, dass mir die Höhe und der scheinbar harte Trek des Salkantays zu viel wird. Außerdem musste eine Woche vorher eine Gruppe umkehren, weil es so geschneit hatte, dass sie nicht weiter konnten. Also haben wir uns für den Weichei-Trek entschieden. Dafür wollten wir aber soviel wie möglich gehen, denn es gab immer noch überall optionale Erleichterungen für die Ober-Touris. Der erste Tag war selbst mir zu langweilig - mit Mountainbikes (!) eine asphaltierte Bergstraße runterfahren, und das nicht einmal zur Gänze. Naja, die anderen waren dankbar für die Busfahrt. Den zweiten Tag sind wir insgesamt 8 Stunden gegangen. Es war heiß, aber der Weg selber war “Peruvian Flat” wie unser Guide sagte. Ein bisschen rauf, ein bisschen runter, manchmal wieder ein kurzes Stück Treppen, aber meistens eher easy, auch für Nicht-Bergsteiger wie wir. Abends ein Bad in den heißen Quellen gleich in der Nähe des zweiten Quartiers. Dritter Tag, Eduardo, der Guide und wir sind gut 5 Stunden gelaufen, die anderen gingen ziplinen mit anschließender Busfahrt und haben uns für 2,5 Stunden lang beim gehen durch die peruanische Ebene begleitet. (Manche werden nämlich schon ab 1500 Metern höhenkrank, obwohl die Luft erst ab 3000 Meter dünner wird!) Angekommen in Aguas Calientes gings in das dritte und letzte Quartier. Anfangs waren noch alle davon überzeugt, am nächsten Morgen den restlichen Weg nach Machu Picchu zu laufen, ein steiler Weg, der großteils aus Treppen besteht, dafür aber nur eine Stunde lang dauert. Schlussendlich waren es jedoch wieder nur Eduardo und wir, die um halb 5 Uhr früh aufbrachen um zu Fuß zu gehen. Die anderen kauften sich ein Busticket. Der Weg war tatsächlich hart, aber wir schafften es in 43 Minuten die Treppen rauf und waren die dritten, die an diesem Tag die riesige Inkastadt betreten durften, gefolgt von der faulen Meute, die sich mit dem Bus raufkutschieren ließ. Kaum konnten wir den Ausblick genießen und uns ein bisschen von dem Aufstieg erholen, mussten wir auch schon auf den nächsten Berg. Wir haben das limitierte Ticket für Huaynapicchu bekommen und man darf dort nur zwischen 7 und 8 Uhr rein. Also sind wir auch auf diesen Berg gestartet um vom 300 Meter höheren Gipfel auf das Areal zu starren. Auch diesen Aufstieg haben wir gut gemeistert, bis wir auf die blöde Idee gekommen sind, die beschilderte Höhle auf der anderen Seite des Berges anzuschauen. Was wir nämlich nicht wussten, war, dass diese Höhle fast ganz unten war, nur auf der Rückseite. Nachdem ich während des ganzen Abstiegs gebetet habe, dass es einen Rundweg gibt, der danach flach zu Machu Picchu führt, wurden wir nach Besichtigung der Höhle, die meiner Meinung nach diese Qualen nicht wert war, eines Besseren belehrt. Also noch einmal rauf UND runter um zurück nach Machu Picchu zu gelangen, wo wir uns dann einen kurzen Schönheitsschlaf auf einer der ehemaligen Anbauterrassen genehmigt haben, denn die Beine waren leer und der Tag war eindeutig zu lang. Zurück nach Aguas Calientes ging es dann mit dem Bus, denn auf unsere Beine war kein Verlass mehr. Von dort aus trafen wir auch wieder auf unsere Gruppe, von denen alle mit dem Bus rauf und wieder runtergefahren sind, aber dafür die Ersten waren, die auf Facebook gepostet haben: Ich habs geschafft - ich war auf Machu Picchu!
Wir haben uns beim Trek aus verschiedenen Gründen für den Inka Jungle Trek entschieden. Vor allem ich hatte Schiss, dass mir die Höhe und der scheinbar harte Trek des Salkantays zu viel wird. Außerdem musste eine Woche vorher eine Gruppe umkehren, weil es so geschneit hatte, dass sie nicht weiter konnten. Also haben wir uns für den Weichei-Trek entschieden. Dafür wollten wir aber soviel wie möglich gehen, denn es gab immer noch überall optionale Erleichterungen für die Ober-Touris. Der erste Tag war selbst mir zu langweilig - mit Mountainbikes (!) eine asphaltierte Bergstraße runterfahren, und das nicht einmal zur Gänze. Naja, die anderen waren dankbar für die Busfahrt. Den zweiten Tag sind wir insgesamt 8 Stunden gegangen. Es war heiß, aber der Weg selber war “Peruvian Flat” wie unser Guide sagte. Ein bisschen rauf, ein bisschen runter, manchmal wieder ein kurzes Stück Treppen, aber meistens eher easy, auch für Nicht-Bergsteiger wie wir. Abends ein Bad in den heißen Quellen gleich in der Nähe des zweiten Quartiers. Dritter Tag, Eduardo, der Guide und wir sind gut 5 Stunden gelaufen, die anderen gingen ziplinen mit anschließender Busfahrt und haben uns für 2,5 Stunden lang beim gehen durch die peruanische Ebene begleitet. (Manche werden nämlich schon ab 1500 Metern höhenkrank, obwohl die Luft erst ab 3000 Meter dünner wird!) Angekommen in Aguas Calientes gings in das dritte und letzte Quartier. Anfangs waren noch alle davon überzeugt, am nächsten Morgen den restlichen Weg nach Machu Picchu zu laufen, ein steiler Weg, der großteils aus Treppen besteht, dafür aber nur eine Stunde lang dauert. Schlussendlich waren es jedoch wieder nur Eduardo und wir, die um halb 5 Uhr früh aufbrachen um zu Fuß zu gehen. Die anderen kauften sich ein Busticket. Der Weg war tatsächlich hart, aber wir schafften es in 43 Minuten die Treppen rauf und waren die dritten, die an diesem Tag die riesige Inkastadt betreten durften, gefolgt von der faulen Meute, die sich mit dem Bus raufkutschieren ließ. Kaum konnten wir den Ausblick genießen und uns ein bisschen von dem Aufstieg erholen, mussten wir auch schon auf den nächsten Berg. Wir haben das limitierte Ticket für Huaynapicchu bekommen und man darf dort nur zwischen 7 und 8 Uhr rein. Also sind wir auch auf diesen Berg gestartet um vom 300 Meter höheren Gipfel auf das Areal zu starren. Auch diesen Aufstieg haben wir gut gemeistert, bis wir auf die blöde Idee gekommen sind, die beschilderte Höhle auf der anderen Seite des Berges anzuschauen. Was wir nämlich nicht wussten, war, dass diese Höhle fast ganz unten war, nur auf der Rückseite. Nachdem ich während des ganzen Abstiegs gebetet habe, dass es einen Rundweg gibt, der danach flach zu Machu Picchu führt, wurden wir nach Besichtigung der Höhle, die meiner Meinung nach diese Qualen nicht wert war, eines Besseren belehrt. Also noch einmal rauf UND runter um zurück nach Machu Picchu zu gelangen, wo wir uns dann einen kurzen Schönheitsschlaf auf einer der ehemaligen Anbauterrassen genehmigt haben, denn die Beine waren leer und der Tag war eindeutig zu lang. Zurück nach Aguas Calientes ging es dann mit dem Bus, denn auf unsere Beine war kein Verlass mehr. Von dort aus trafen wir auch wieder auf unsere Gruppe, von denen alle mit dem Bus rauf und wieder runtergefahren sind, aber dafür die Ersten waren, die auf Facebook gepostet haben: Ich habs geschafft - ich war auf Machu Picchu!
So, der nächste Roman ist fertig, jetzt gibts einen
Feierabend-Pisco!
Salud!


































