Vor einigen Tagen sind wir in Puerto Escondido angekommen – endlich am
Strand. Aber da wir in unserem Blog zeitlich ein wenig nachhinken, fangen wir
da an, wo wir zuletzt aufgehört haben.
Mexico City haben wir wider Erwartens ohne größere Gehörprobleme
überstanden. Es ist aber nicht leiser geworden und gewöhnen konnten wir uns
auch nicht wirklich an die 24/7 Beschallung, aber es waren doch Tage, die wir
nicht missen möchten. Die Leute dort sind fröhlich, verrückt und ausgelassen
und so kann es auch schon mal vorkommen, dass plötzlich um 11 Uhr abends eine
Parade mit ca. 100 verkleideten Leuten durch die Gasse zieht, keiner weiß
wieso, keiner weiß warum, aber natürlich wieder sehr laut – sehr bunt.
Die Busfahrt von Mexico City nach Oaxaca verlief auch
problemlos. ADO, das führende Busunternehmen für Fernreisen hat uns bequem ans
Ziel gebracht. Das Fernsehen bestand natürlich, wie in diversen Foren und Reiseführern
angekündigt, aus vorwiegend brutalen Filmen und das ganze in einer Lautstärke
die unseren Erfahrungen bisher gerecht wurde. Der Höhepunkt war dann eine Art
Doku über Unfälle auf Rennstrecken.
Nach ca 6,5 Stunden Fahrt endlich in Oaxaca. Das Hostel Casa
Angel ist gemütlich, familiär, sauber. Eine Mitarbeiterin ist aus Bielefeld,
die vor ein paar Jahren eingecheckt hat - und seitdem in Oaxaca wohnt.
Die Stadt selbst bietet einem einen schönen Hauptplatz,
gepflegte Straßen, wieder Massen von Polizei und an jeder Ecke (keine
Übertreibung!) eine riesige und pompöse Kirche. Wenn man sich ein wenig
außerhalb der Stadt umsieht, häuft sich das Elend und Wellblechhütten ziehen sich
wie die Glieder einer riesigen Kette die Berge rauf. Aber Hauptsache die
Kirchen sind schön…
Auch wenn es hier ganz anders ist als in Europa, hat es trotzdem
Vieles mit uns gemein. In den urbanen
Gegenden sind meistens nur die Häuserfronten zur Straße hin bunt bemalt, frisch
gestrichen und verziert, die anderen 3 Seiten sind nur grau. Es reicht also
auch hier, wenn nach vorne hin alles gut ausschaut.
Tja, ein bisschen Sightseeing haben wir natürlich auch
gemacht – Monte Albán, eine ehemalige Zapotekenstadt am Berg und Hierve de Agua,
Kalkwasserfälle ebenfalls am Berg mit Badegelegenheit. Ich denke die Bilder
sprechen für sich – beides wunderschön!
Die Fahrt zu den Hierve de Agua war das erste
Hineinschnuppern in die Abenteuer , die uns noch bevorstehen. Zuerst eine
Stunde mit dem Bus aus der Stadt – ok, noch wenig abenteuerlich – dann jedoch
die Fahrt mit einem „taxi collectivo“ – im Prinzip ein Pritschenwagen mit 2 Bänken
drinnen und überdacht, das Abenteuerliche daran war jedoch die Straße über die
wir damit gefahren sind. Serpentinen,
Straßen mit Schlaglöchern, dann wieder alle 200 m eine „TOPE“, was soviel heißt
wie jetzt kommt a grebane Schupfen, damit die Leute nicht zu schnell fahren.
Nach 2 solchen Fahrten mit jeweils einer Stunde Fahrzeit waren wir dermaßen
durchgerüttelt, dass uns 2 Tage nachher der Hintern noch wehgetan hat! Jedoch
die Aussicht und die Bekanntschaft mit 2 Amis, die ein Hostel in Nicaragua
haben, waren die paar Qualen wert, und lustig wars ja schließlich auch. Wieder
in Oaxaca haben wir uns dann gehörig mit den besagten Amis mit dem Bus
verfahren und sind irgendwo in den Favelas gelandet. Aber kein Problem für
Nate, der in perfektem Spanisch dem Fahrer ausgedeutscht (haha!) hat, wohin wir
eigentlich müssten. Der ganze Bus inklusive wir hat über uns gelacht, wir
hatten eine Stadtrundfahrt um 6 Pesos und sind nach nur gut einer Stunde mehr
wieder im Zentrum gelandet.
Zu diesem Zeitpunkt hätten wir noch gedacht, dass dies jetzt
die wildeste Busfahrt für eine Zeit lang bleiben wird. Da haben wir uns jedoch
gewaltig getäuscht!
Die Fahrt von Oaxaca nach Puerto Escondido war nochmal eine
Spur härter und nichts für empfindliche Mägen. Gestartet sind wir zur
verabredeten Zeit um 9.30 vor unserem Hostel. Der Plan war, dass wir mit einem
Kleinbus fahren, der zwar über die Berge fährt und es da Serpentinen usw geben
soll, aber statt den 11 Stunden im ADO nur 6,5 Stunden dauern soll. Der
Busfahrer hat uns dann durch die Stadt kutschiert und dann haben wir bei einem Busbahnhof (10 dreckige weiße
Gartensesseln nebeneinander) 1,5 Stunden gewartet, bis wir starten konnten.
Naja. Zumindest sind wir gefahren. Der Bus war ganz in mexikanischer Manier.
Laut, hat gequietscht, die Türen waren die ganze Fahrt über 3cm geöffnet und
die Kofferraumtür wo unsere Rucksäcke verstaut waren, war auch nicht mehr die
zuverlässigste. Zuerst war die Fahrt sehr heiß, weil – erstens keine
Klimaanlage, zweitens sind wir in jedem Kaff stehengeblieben, damit noch Leute
zusteigen konnten und irgendwann hat sich ein alter Mann, der bei 30 Grad eine
Jeansjacke mit Fellbesatz anhatte, neben uns auf den Sitz gequetscht und hat
dort 4 Stunden ausgeharrt, obwohl in der Zwischenzeit 6 andere Plätze frei
waren. Irgendwo auf der Strecke ist der
Mann dann endlich ausgestiegen und wir haben uns schon gefreut. Dann hat es
dann Hurricane Barbara angefangen zu schütten wie aus Eimern und wir mussten
feststellen, dass der Bus nicht wirklich wasserdicht ist und dem Busfahrer
selbst hat es auch an Dichtheit gefehlt. Vermutlich die Reinkarnation eines
verstorbenen Rallyefahrers.
Nichtsdestotrotz sind wir heil in der Surfmetropole Puerto Escondido angekommen, wo wir seit paar Tagen nun endlich Meer, Strand, Sonne und ein tolles Quartier genießen können. Die ersten Surfstunden sind erfolgreich absolviert, weitere folgen. Rudi wartet bereits sehnlichst auf einen Anruf von Billabong oder Red Bull.
So, nun ist Schluss, Rudi hat Hunger und muss dringend
gefüttert werden.
Bis bald!
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Bilder:
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Fotos sind nun aktuell!





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